Finanzen

KFZ

Die Anschaffung

Grundsätzlich gibt es zwei Unterscheidungen bei einem KFZ, welches für den betrieblichen Gebrauch – die sogenannte betriebliche Nutzung – angeschafft wird.

 

Das vorsteuerabzugsberechtigte KFZ

Grundsätzlich ranken sich um diese Fahrzeugkategorie die meisten Mythen und Legenden, wann ein Fahrzeug vorsteuerabzugsberechtigt (20%-ige USt) ist und wann nicht.
Welche Fahrzeuge betroffen sind, ist im Webportal des Finanzministeriums hinterlegt. Diese Liste wird laufend aktualisiert und spiegelt umfassend und ausschließlich sämtliche Kraftfahrzeuge wieder, auf welche diese steuerliche Regelung zutrifft.

Link-Box – bmf.gv.at:
http://bmf.gv.at
Unter den Navigationspunkten „Steuern“ – „Fachinformation“ – „Umsatzsteuer“ – „Liste der vorsteuerabzugsberechtigten Kleinlastkraftwagen, Kastenwagen, Pritschenwagen und Kleinbusse“ ist die Liste der betroffenen Fahrzeuge zu finden.

Dazu kommt noch eine Liste der Fahrzeuge, die aufgrund ihrer betrieblichen Nutzung ebenso vorsteuerabzugsberechtigt sind – oder korrekterweise – vom Verbot des Vorsteuerabzugs ausgenommen sind.
Davon sind folgende Kategorien von betrieblich genutzten Fahrzeugen betroffen:

  • Begleitfahrzeuge für Transporte, die zu mindestens 80% für diesen Zweck genutzt werden
  • Fahrschul-KFZ die zu mindestens 80% für den Fahrschulunterricht genutzt werden
  • Vorführ-KFZ
  • Kleinbusse (siehe BMF)
  • Kleinlastkraftwagen (siehe BMF)
  • Kraftfahrzeuge mit denen gewerbliche Personenbeförderungen im Ausmaß von mindestens 80% durchgeführt werden
  • Kraftfahrzeuge die zu mindestens 80% gewerblich vermietet werden
  • Das Kraftfahrzeug ist zur gewerblichen Weiterveräußerung bestimmt.

Tipp: Sprechen Sie über die Vor- und Nachteile eines vorsteuerabzugsberechtigten Fahrzeuges mit Ihrer Beratung im Bereich Buchhaltung und Steuern (besonders im Punkt gesetzliche Änderungen und Neuerungen). Überlegen Sie sich auch, ob Sie ein derartiges Fahrzeug überhaupt benötigen – Aspekte wie Kraftstoffverbrauch, Komfort, Größe und Grundanschaffungspreis sind immer eine Überlegung wert.

 

Finanzieller Aspekt

Sollte also Ihr Fahrzeug alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen und vorsteuerabzugsberechtigt sein, so können Sie die Umsatzsteuer, mit der das Fahrzeug belastet ist, im Wege der Umsatzsteuervoranmeldung, als Vorsteuer geltend machen.
Dadurch kann sich eine 20%-ige Vergünstigung Ihres Fahrzeuges ergeben.
Wenn Ihr Fahrzeug diesen Kriterien entspricht, sind aktuell ebenso folgende Kosten, die in direkten Zusammenhang mit Ihrem Fahrzeug stehen, vom Verbot des Vorsteuerabzugs ausgenommen:

  • Treibstoff
  • Wartungskosten (Service, Reparaturkosten, Reifen, Öle)
  • Gebühren (Streckenmaut, Jahresvignette)

 

Leasing

Fällt Ihr gewähltes Fahrzeug unter die Ausnahmebestimmungen des Vorsteuerabzugverbotes, so kann auch grundsätzlich bei einem Leasingfahrzeug der Vorsteuerabzug beim Leasingentgelt und bei den direkt mit dem Betrieb des KFZ verbundenen Kosten geltend gemacht werden.

 

Leasing im Ausland

Wichtig! Fragen Sie unbedingt bei Ihrer steuerlichen Beratung oder Buchhaltung nach! Diese Regelungen, im Rahmen der Reverse Charge Behandlung der Umsatzsteuer, kann sich natürlich auch ändern.

Vereinfacht gilt grundsätzlich derzeit: Könnte die Vorsteuer bei einem Leasing in Österreich in Abzug gebracht werden, so gilt dies auch für das Leasing im Ausland. Die abzuführende Umsatzsteuer hebt sich mit der Vorsteuer auf.

 

Die Normverbrauchsabgabe – NoVA

Grundsätzlich sind von der NoVA nur elektrisch betriebene Fahrzeuge und per Definition Kleinkrafträder (umgangssprachlich Mopeds genannt) ausgenommen.
Im Rahmen der betrieblichen – oder gemeinnützigen – Verwendung sind auch folgende Fahrzeugtypen von der Abfuhr der NoVA ausgenommen:

  • Für den Export bestimmte Kraftfahrzeuge
  • Vorführkraftfahrzeuge
  • Fahrschulkraftfahrzeuge
  • Miet-, Taxi- und Gästewagen
  • Kraftfahrzeuge der kurzfristigen Vermietung
  • Kraftfahrzeuge der Krankenbeförderung und des Rettungswesens
  • Bestattungsfahrzeuge
  • Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr
  • Begleitfahrzeuge für Sondertransporte
  • Kraftfahrzeuge von Diplomaten ausländischer Vertretungen

Wie ersichtlich, deckt sich diese Liste weitgehend mit der Liste der Ausnahmen des Vorsteuerabzugverbotes.

Die Nutzung - betrieblich vs. privat

Gerade bei EPUs ist im Normalfall eine eindeutige Zuordnung, ohne das Führen von Fahrtenbüchern und anderen genauen Aufzeichnungen, sehr schwer. Einfacher wird es da schon, wenn zwei getrennte Fahrzeuge zur Verfügung stehen und deren Verwendung auch dokumentiert wird.


Abgrenzung mittels Nutzung

Grundsätzlich gilt: Wird das Fahrzeug überwiegend, also zu mehr als 50% der gefahrenen Kilometer, für betriebliche Fahrten genutzt, so wird von einer betrieblichen Nutzung ausgegangen. Ist dies der Fall, so ist das Fahrzeug Bestandteil des betrieblichen Vermögens. Die Anschaffungskosten sind über einen Zeitraum von acht Jahren mittels AfA anzusetzen.
Alle anderen Kosten, die durch den laufenden Betrieb des Fahrzeuges entstehen – z.B. Kraftstoff, Wartung, Haftpflicht-, Kaskoversicherung usw. –, können (im Ausmaß der betrieblichen Nutzung des Fahrzeugs) im Rahmen der Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Betragsgrenzen

Der Anschaffungswert des Fahrzeuges darf aktuell, für den vollen Ansatz der Kosten, € 40.000,-- nicht überschreiten. Sollte dieser trotzdem darüber liegen, so können eben nur die € 40.000,-- angesetzt werden. (PKW Angemessenheits-VO §1)

Hier ist zu beachten, dass dies für den unternehmensrechtlichen Gewinn irrelevant ist und nur für die Steuerberrechnung relevant ist. (KöSt, ESt)

Zu beachten ist, dass Gebrauchtfahrzeuge unter 5 Jahre, auf den Neupreis aufgewertet werden müssen. (PKW Angemessenheits-VO §2)

Ein Beispiel zur Berechnung finden Sie unter dem Punkt Angemessenheits-VO Berrechnung.

Anmerkung: AfA oder Absetzung für Abnutzung. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsgutes werden gleichmäßig auf eine durchschnittlich übliche Nutzungsdauer verteilt. Zum Beispiel für Firmenfahrzeuge 8 Jahre Mindestnutzung oder für betrieblich genutzte Laptops 3 Jahre Nutzungsdauer. Diese Sätze sind ebenfalls nur für den steuerrechtlichen Gewinn relevant. Die Abschreibung laut UGB §204 (1) kann für den unternehmensrechtlichen Gewinn herangezogen werden.
Aus dieser Relation - Anschaffungskosten und Nutzungsdauer - ergibt sich der jährliche Teil-Betrag um den die jährlichen Einkünfte, über die Nutzungsdauer, vermindert werden können.
Im Gegensatz dazu stehen die geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG). Deren Anschaffungskosten dürfen aktuell den Betrag von 400 Euro nicht übersteigen. Diese Anschaffungskosten können dafür aber im Jahr der Anschaffung bereits voll geltend gemacht werden.

 

Private Nutzung

Sollte das Fahrzeug weniger als 50% der Nutzung betrieblich genutzt werden, so kann jener Teil der laufenden Aufwendungen, der für die betriebliche Nutzung aufgewendet wird, als Betriebsausgabe abgesetzt werden; dies gilt jedoch nicht für die Anschaffungskosten. Das Fahrzeug stellt somit kein Betriebsvermögen dar.
Es besteht auch die Wahlmöglichkeit Kilometergelder zu verrechnen (dzt. € 0,42/km – bis zu maximal 30.000 betrieblich gefahrene Kilometer im Jahr). Das Kilometergeld deckt sämtliche Kosten, im Zusammenhang der betrieblichen Nutzung des privaten Fahrzeuges, ab. Eine zusätzliche Verrechnung von Kosten ist dann nicht möglich.

 

Gebrauchtwagen

Bei der Anschaffung eines Gebrauchtwagens, wenn dieser wieder überwiegend betrieblich genutzt wird, kann die bisherige Gebrauchsdauer von den acht Jahren in Abzug gebracht werden. Die Anschaffungskosten werden dann auf die verbleibende Restlaufzeit der acht Jahre verteilt.

 

Fahrtenbuch

Egal ob die betriebliche Nutzung überwiegt, oder ob es sich um ein Fahrzeug im privaten Vermögen handelt: Um einerseits die überwiegende Nutzung feststellen zu können und andererseits das Ausmaß der betrieblichen Nutzung ermitteln zu können, ist das Führen eines Fahrtenbuches unerlässlich.

Die PKW Angemessenheits-VO wurde erstellt um den steuerrechtlichen Gewinn durch die Anschaffung "überteuerter" PKW nicht unverhältnismäßig zu vermindern.

Dadurch muss diese bei der ESt Berechnung berücksichtigt werden.

Das folgende Beispiel soll den Vorgang erklären und die Schritte erklären:

Die Firma XY GmbH hat einen Jahresüberschuss von 200.000€.

Im laufenden Geschäftsjahr wurde ein PKW um 120.000€ für betriebliche Zwecke angeschafft.

Die Firma XY GmbH möchte den PKW nach dem UGB 4 Jahre abschreiben.

Berechnung:

Jahresüber.:  200.000

     -AfA:        30.000 (120.000 : 4)

=                  170.000 unternehmensrechtlicher Gewinn

Steurrechtlich dürfen aber laut PKW Angemessenheits-VO maximal 40.000€ angesetzt werden.

Die AfA beträgt steuerrechtlich (EStG) ebenfalls mindestens 8 Jahre für PKW.

Somit muss der unternehmensrechtliche Gewinn angepasst werden:

unter. Gewinn: 170.000

zuzüglich AfA: 25000 (40.000 : 8 = 5000; 30.000- 5000= 25.000)

=                       195.000 steuerrechtlicher Gewinn

 

Sämtliche Nebenkosten oder Abgaben (Versicherung, Betriebsausgaben, etc.) müssen ebenfalls vermindert werden um den errechneten Faktor (in diesem Beispiel 2/3 = 12000/40000) und zum unternehmensrechtlichen Gewinn addiert werden.

 

Diese Gewinnerhöhung kann aber bei Verkauf des PKWs nach der unternehmensrechtlichen Nutzungsdauer zu einer Gewinnminderung des steuerechtlichen Gewinns führen, da ja die Nutzungsdauer steuerrechtlich betrachtet werden muss und somit eine Verminderung der Steuerschuld entsteht.

 

Keine Angst: dies ist nicht der Versuch die Welt zu verbessern oder eine Predigt über ökologische Nachhaltigkeit oder CO2-Reduktion zu halten.
Aber – es gibt einen rein betriebswirtschaftlichen Aspekt, der zwar derzeit noch nicht ausführlich behandelt wird, aber in vielen österreichischen Gemeinden und Ländern, sowie dem Bund, bereits umgesetzt wird: Förderungen (für Elektromobilität, Hybridtechnologien und biologische Treibstoffe (Sprit/Gas), teilweise auch bei Um- und Nachrüstung). Zwar sind diese Fahrzeuge in der Anschaffung meist teurer, dies kann aber einerseits durch Förderungen und andererseits durch den erheblich niedrigeren Energiepreis – denn Strom ist noch immer günstiger wie fossiler Kraftstoff – teilweise oder voll kompensiert werden.
Und wenn Sie kein Fahrzeug in der Größe eine Mini-Vans benötigen oder auch nicht wollen, sollten Sie diese Variante der Mobilität zumindest einmal in Betracht ziehen. Natürlich spielen auch Ihre durchschnittlichen Fahrtstrecken eine Rolle, aber hier könnten Hybridfahrzeuge Abhilfe schaffen.
Bund, Länder und Gemeinden können als Förderungsgeber auftreten. Oftmals hat Ihr lokaler Energieversorger ebenso Informationen über mögliche gewerbliche und private Fördermöglichkeiten für diese Form der Mobilität.