Gründungsübersicht

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Gründungsübersicht

Am Anfang steht die Idee

Grundsätzlich steht hinter jedem Unternehmen eine Idee, eine Vision dazu welches Produkt, welche Dienstleistung am Markt angeboten werden soll. Nur, oftmals haben und hatten viele andere ebenso „genau“ diese Idee.
Alles scheinbar kein Problem, denn die eigene Idee ist doch sicherlich einzigartig, oder?
Prüfen Sie Ihre Idee auf Herz und Nieren, gerade in vielen Situationen gewinnt im menschlichen Bereich die emotionale Spontanität – zynisch auch Verzweiflungstat genannt – die Oberhand und wir stürzen uns in das Abenteuer, das die aktuelle Situation scheinbar am besten löst. Die Start- und vor allem Folgekosten solcher Unterfangen können Ihre finanzielle Basis aber nachhaltig beschädigen. Grundsätzlich gilt immer: Zuerst planen, dann umsetzten – auch wenn dies manchmal die Vorfreude auf die ersehnte Selbstständigkeit bremst.

Tipp: Diskutieren und sprechen Sie Ihre Idee mit engen persönlichen Vertrauten und Freunden durch. Hält Ihre Idee in diesem ersten Kreis bereits nicht stand, gilt es wieder an das Reißbrett der Ideen zurückzukehren. Besonders dann, wenn Zweifel aufgeworfen werden, die Sie für Sich selbst nicht klar und schlüssig beseitigen können.


Die Verschriftlichung der Idee

Schreiben Sie Ihre Idee auf, fassen Sie diese in eine klare Struktur, und unterteilen Sie diese in folgende Teilaspekte:

  • Die grundlegende Idee für eine Dienstleistung/ein Produkt
  • Wie wollen Sie sich am Markt positionieren – über Preis, Menge, Qualität etc?
  • Wo wollen Sie sich am Markt positionieren – Marktnische, Massenmarkt, Business to Business, Business to Consumer?
  • Ist Ihre Dienstleistung/Ihr Produkt eine absolute Innovation – etwas was für den Markt völlig neu ist?
  • Was könnten die größten Stolpersteine für Ihre Idee sein?
  • Was ist die ganz besondere Eigenschaft Ihrer Idee, die Sie vom Rest des Marktes unterscheidet, was ist Ihr einzigartiges Versprechen an den Markt? (die „unique selling proposition“ – kurz USP – das einzigartige Verkaufsversprechen)
  • Kann ich die Idee wirklich kurz-, mittel- und langfristig als EPU abdecken?
  • Gibt es für Ihre Idee auch einen Plan B – zB wenn der Verkauf meiner Dienstleistung stockt, dann habe ich noch so und so viele verkaufte Stunden Vortragstätigkeit in einer Erwachsenenbildungseinrichtung?

 

Geht’s alleine überhaupt?

Viele gute Ideen scheitern aber bereits an den ersten bürokratischen Hürden, denn zwischen Ihnen und der Ausstellung eines möglicherweise benötigten Gewerbescheins können formale Erfordernisse stehen – zB Berufserfahrung, Prüfung, Lehrausbildung/Meisterprüfung, Studium – die es zuvor zu erfüllen gilt. Wenn dem so ist, haben Sie einen Geschäftspartner, der diese formalen Erfordernisse erfüllt und bis zur eigenen Erfüllung als gewerberechtliche Geschäftsführung fungiert?

Link-Box:
Im Bereich „Service“ der Webseite der Wirtschaftskammer Österreich – http://www.wko.at – gibt es den Navigationseintrag „Wirtschafts- und Gewerberecht“. In dieser Webübersicht findet man eine gute Übersicht über das Gewerberecht. Wer es im Detail wissen möchte, kann direkt im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes nachschlagen: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007517 (Gewerbeordnung 1994)

Tipp: Verabschieden Sie sich von der Betrachtung der Marktteilnehmer, die im direkten Wettbewerb zu Ihnen stehen, als „Mitbewerber“. Konkurrenz ist die einzig richtige Formulierung. Gerade wenn Sie sich etablieren wollen, müssen Sie sich durchsetzen. Den bereits am Markt existierenden Unternehmen ein Stück vom Kuchen wegzunehmen wird bei diesen Unternehmen keine Begeisterungsstürme auslösen, denn grundsätzlich zählt jeder Cent. Betrachten Sie, gerade von größeren Unternehmen, Kooperationsangebote mit Vollauslastungsversprechen eher kritisch, denn Vollauslastung bedeutet, dass Sie grundsätzlich einmal am Markt nicht auf Kundensuche gehen werden und nach außen hin als Vertreter/Mitarbeiter Ihres Auftraggebers auftreten und dies oftmals, vertraglich fixiert, auch müssen.

Natürlich kann eine derartige Bindung an ein anderes, größeres Unternehmen in der Anfangsphase auch eine taktische bzw strategische Überlegung sein, um Eigenkapital aufzubauen, den Übergang vom unselbstständigen zum selbstständigen Erwerb zu erleichtern oder einfach nur anfangs keine Akquise betreiben zu müssen. Wie bei den meisten versteckten Risiken gilt: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Legen Sie für Sich Grundregeln fest, wie Sie in Zukunft mit anderen Unternehmen kooperieren wollen, auf welcher vertraglichen Ebene dies stattfinden soll und, aus Ihrer Sicht, stattfinden muss.

Auf das Beziehungsmanagement zwischen Ihnen als Unternehmen und Ihren möglichen Kooperationspartnern wird in den Kapiteln 15 – Kooperation mit anderen Unternehmen – und 17 – Werkvertrag und Co – intensiver eingegangen.

 

Leistbare Marktforschung – allwissende Müllhalde Internet

Kein Medium ist so ergiebig, so informativ und so zugemüllt mit Informationen wie das Internet. Aber gerade diese Ambivalenz macht es zu einem unverzichtbaren Recherchemedium.
Wie immer im Internet gilt: Je breiter die Information, desto sicherer.
Hier einige sehr brauchbare Tipps, welche Seiten und Suchen für Sie von hohem Interesse sein können.

Link-Box:
Auf der Webseite der Wirtschaftskammer Österreich gibt es eine Rubrik „Firmen A-Z". In dieser Rubrik sind sämtliche heimischen Unternehmen, die Pflichtmitglied der Wirtschaftskammer Österreich sind, aufgelistet.
Unter http://firmen.wko.at/Web/SearchComplex.aspx gelangen Sie direkt auf die erweiterte Suchseite der WKO.

Hier können Sie nun nach Ort/Postleitzahl und Branche gefiltert suchen. Somit erhalten sie ein relativ genaues Profil Ihrer direkten und regionalen Konkurrenz. Sie können natürlich auch nach anderen Kriterien gefiltert suchen:

  • Firmenname
  • Standort
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Branche
  • Gewerberechtlicher Geschäftsführer

Hinter den Suchfeldern Standort, Produkt und Branche sind Auswahllisten hinterlegt, die Ihnen die Suche nach den benötigten Ergebnissen vereinfachen sollen.

Link-Box:
Manche Branchen, bedingt durch konjunkturelle Schwankungen und den damit verbundenen Auslastungszahlen, reagieren sehr stark auf eben genau diese Schwankungen und haben dadurch eine sehr traurige Marktführerschaft – die in der Insolvenzstatistik.
Um das persönliche Risiko zu minimieren ist ein Blick in die aktuelle Insolvenzstatistik nicht uninteressant – gibt diese doch sehr klar und nüchtern den Trend in manchen Branchen wieder.
Unter http://edikte.justiz.gv.at ist eine Suchmaschine eingerichtet, die es dem Benutzer erlaubt im Bereich „Insolvenzdatei“ die „einfache Suche“ zu aktivieren, und somit die aktuellen Insolvenzverfahren abzufragen.
Diese Abfrage kann zwar nicht nach Branchen gefiltert werden, aber in der Trefferliste sind die Branchen der Firmen mit angeführt.
Für regional genauere Ergebnisse kann auch der Navigationspunkt „Erweiterte Suche“ verwendet werden.

Link-Box:
Der Kreditschutzverband von 1870 bietet den Besuchern seiner Webseite ebenso einen interessanten Service an.
Unter dem Weblink http://www.ksv.at können Sie bequem aktuelle und vergangene, meist nach Kalenderquartalen geordnete, Statistiken herunterladen. Im Fußbereich der Webseite ist ein Navigationslink „Downloads“ eingefügt. Über diesen gelangen Sie zu einem Auswahlmenü, in dem auch der weiterführende Navigationspunkt „Insolvenzstatistiken“ angeführt ist.
Dieser ist ein sehr guter Indikator für konjunkturelle Trends und Entwicklungen.

Der größte Teil der EPU Betriebe ist im dienstleistungsnahen Bereich angesiedelt. Daher gehen wir grundsätzlich einmal auf die Kalkulation des Stundensatzes von Dienstleistungen ein. Natürlich ist es vollkommen klar, dass ein ebenso beträchtlicher Teil der EPU Betriebe im Direktvertrieb tätig ist. Hier ist die Kalkulation aber erheblich leichter, da die Produktpreise immer seitens des Einkaufs, aber nahezu auch immer seitens des Verkaufs, vordefiniert sind und somit die Umsatzermittlung über die Verkaufsmenge als Gestaltungsparameter erfolgen muss.
Diese Situation gestaltet sich bei Dienstleistungen schon um einiges komplexer und kann, trotz intensivster Bemühungen, am Markt vorbeizielen.
Investieren Sie deshalb in eine ausführliche Betrachtung Ihrer finanziellen Lage und Erwartungen genug Zeit. Denn der wichtigste Faktor dabei ist, dass Sie Ihren Zahlen immer vertrauen können.

 

Festlegen der Kalkulationsrahmenbedingungen

Treffen Sie zuerst fixe Annahmen, die in allen weiterführenden Berechnungen somit eine stabile Basis bilden und sämtliche nachfolgenden Berechnungen und Kalkulationen nachvollziehbar machen. Erst dadurch wird es Ihnen selbst möglich auf dieses Zahlenmaterial auch noch in den Folgejahren zurückzugreifen und neuerliche Berechnungen/Kalkulationen abzuleiten.

Achtung! Als EPU Unternehmen haben Sie natürlich eine sehr dünne Trennlinie zwischen den Kategorien Privat und Geschäftlich. Da die klassisch gewählte Unternehmensform die eines Einzelunternehmens ist, wird in Wirklichkeit bei Ihrem Einkommen, den daraus resultierenden Steuern, bei geschäftlichen Verbindlichkeiten und Haftungen, gegenüber der Bank, und in letzter Konsequenz bei Ihrem Vermögen nicht zwischen geschäftlich und privat getrennt. Wenn Sie im Rahmen Ihres Betriebes für Verbindlichkeiten haften, haften Sie mit Ihrem gesamten, Ihnen zuordenbaren, Privatvermögen mit.

Und genau aus diesem Grund sollten Sie immer auch Ihre private Kostenseite mitbetrachten, um auf jeden Fall immer über alle Ihre Kosten zu kalkulieren.
Gerade für ein Ein-Personen-Unternehmen, welches als Rechtsform das Einzelunternehmen gewählt hat, und somit jene Unternehmensform welche am wenigsten zusätzliche Kosten (Eintragung im Firmenbuch, Veröffentlichung der Bilanz …) mit sich bringt, muss klar sein, dass diese Vorteile durch die eher unangenehme Nebenerscheinung der völligen privaten Haftung „erkauft“ werden.

Sie können in diese Modellrechnung Ihre persönlichen Zahlen einsetzen und die Nagelprobe durchführen. Denn – und dies sei an dieser Stelle nochmals ausdrücklich festgehalten – Umsatz ist für ein EPU keine finanztechnische Größe, denn es kann bei zu hohen Kosten sein, dass der beste Umsatz trotzdem nicht kostendeckend ist. Erst die Deckung der fixen und variablen Kosten bei allen Positionen, die Sie im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung als betriebliche Ausgaben geltend machen können, sichert die langfristige Existenz Ihres Unternehmens. Eine zu hoch angenommene Einkommensteuer oder Sozialversicherungszahlung stellt weniger ein Problem dar, als das genaue Gegenteil.
Als Modell-Vorschlag bietet sich nachfolgend tabellarisch ausgeführte Struktur an:

Monatliche Kosten
Betrieblich Privat
Miete Miete
Betriebskosten Betriebskosten
Strom Strom
Heizkosten Heizkosten
Buchhaltung/Steuerberatung  
Gruppe KFZ  
=> Versicherung  
Monatliche Kosten
Betrieblich Privat
=> Automobilclub  
=> Leasing  
Versicherungen betrieblich Versicherungen privat
Internet/Webanschluss  
Homepage/Providerkosten  
etc.  
Sozialversicherung
Höchstbemessung/Beitrag/Monat ist aktuell: € 758,94/Monat
Rücklagen/ je 8,3% bei Jahreskostenansatz
Selbstbehalt Sozialversicherung                                               
Betriebsmittelersatz  
Reparaturkosten KFZ  
Ersatzkosten KFZ  
Kosten für Rechts- und Steuerberatung  
etc.  
Variable Kosten/je 8,3% bei Jahreskostenansatz
Kosten Treibstoff KFZ  
Akquisekosten  
Werbematerial + Webauftritt  
Reisekosten  
etc.  
Kredite 
Kreditraten (inkl. Zinsen) Kreditraten (inkl. Zinsen)
Einmalige Anschaffungskosten/gerechnet auf 36 oder  Monate
Hardware  
Software  
Möbel  
Technische Infrastruktur  
etc.  
Summe
Summe betrieblich/Monat Summe privat/Monat

 
Tipp: Rechnen Sie die „einmaligen Anschaffungskosten“ auf einen Zeitraum von 36 oder 48 Monaten. Auch wenn die Nutzung über diesem Zeitraum liegen kann oder aus der Natur der Sache heraus auch länger genutzt werden kann, sollte der kalkulierte Preis nach dieser Zeit von diesen Positionen entlastet sein.

Auf jeden Fall sollten alle maßgeblichen Kosten im Modell erfasst sein. Am Ende der ersten Modellrechnung sollten Ihre durchschnittlichen monatlichen betrieblichen Kosten stehen. Dies definiert auch Ihren Mindestumsatz, der den grundsätzlichen betrieblichen Fortbestand garantieren kann.
Die rein privaten Kosten müssen durch den Unternehmerlohn – also durch die Überschussbeaufschlagung – abgedeckt werden.
Natürlich kann man diese Modellrechnungen bis ins kleinste Detail treiben und bei verschiedenen Kostenansichten auch verschiedene Ergebnisse und Zahlen erhalten – wichtig ist jedoch, dass Sie selbst dieses Modell jederzeit nachvollziehen können.
Beaufschlagen Sie diesen monatlichen Betrag nun mit dem monatlichen Unternehmerlohn (Unternehmerlohn exkl Sozialversicherung – der Höchstbeitrag ist in unserer Modellrechnung bereits enthalten – aber inkl Einkommensteuer), nach folgenden drei Gesichtspunkten:

  1. Kein Unternehmerlohn (Worst Case) : Nur Deckung der betrieblichen Kosten inkl Sozialversicherung
  2. Unternehmerlohn – mindestens erzielbar (Normal Case) : Deckung aller Kosten (privat und betrieblich) plus einem sehr geringen Aufschlag
  3. Wunsch-Unternehmerlohn (Best Case)

Daraus ergibt sich folgende Übersicht:

Szenarienübersicht Unternehmerlohn
  Worst Normal Best
Zusammensetzung Ansatz:      
Betriebliche Kosten Ja Ja Ja
Private Kosten Ja Ja Ja
--------------------------- Deckung der Kosten Privat Altes Gehalt Wunschziel
- Unternehmerlohn Ja Ja Ja
---------------------------      
- Steuer aus Unternehmerlohn      


Ihre Berechnung könnte somit wie folgt aussehen:

Summe betriebliche Kosten/Monat: € 1.200,--
Summe private Kosten/Monat: € 1.400,--
Unternehmerlohn Worst Case: € 1.400,--
Unternehmerlohn Normal Case: € 1.800,--
Unternehmerlohn Best Case: € 2.500,--
Einkommenssteuer p.a. Worst Case: € 1.450,--
Einkommenssteuer p.a. Normal Case: € 3.010,--
Einkommenssteuer p.a Best Case: € 5.950,--

 

Daraus ergeben sich die durchschnittlich zu erwirtschaftenden Monatssummen von:

Summe betriebliche Kosten + Unternehmerlohn + Einkommenssteuer = durchschnittlich zu erwirtschaftende Monatssumme.

In unserem Fall zum Beispiel der Normal Case:
1.200 + 1.800 + 480 = 3.480 EUR

Worst Case € 2.825,--
Normal Case € 3.480,--
Best Case €4.705,--


btto rechnerAnmerkung: Die Einkommensteuerwerte sind reine Näherungswerte, die dem Brutto-Netto Onlinerechner des Finanzministeriums entnommen sind (siehe Screenshot). Siehe ebenso Tz 2.4.1.5
Diese sind für die Erstberechnung der zu erwartenden Abgaben völlig ausreichend. Weniger tatsächliche Steuerbelastung wird sicherlich niemanden stören.
Diese Zahlen alleine sind natürlich nett, aber ohne die Gewichtung zum Markt – sprich ihre preisliche Relevanz – auch nicht mehr als nett.
Es fehlt nun noch ein entscheidender Faktor: die zeitliche Dimension.

 

Zeitliche Dimension – verkaufbare Stunden

Hierin liegt Segen und Verdammnis des EPU – denn, wie bereits ausgeführt, gilt für die meisten EPUs „Tausche Zeit gegen Geld“.
Aber wie viel Stunden kann man im Monat verkaufen? Rein theoretisch sind es im Jahresschnitt rund 173 Stunden (4,33 Wochen pro Monat mal 40 Wochenstunden). Nur leider ist dies in den meisten Fällen nur Wunschdenken, denn dies würde einer Jahresauslastung von 2.087 Stunden entsprechen, welche nicht realistisch ist.
Auch hier bietet sich wieder das Verfahren des Worst, Normal und Best Case an.

Verkaufbare Stunden (maximal 2087 Stunden/Jahr)
  Worst Normal Best
Monatlich 25% vom Max 44    
Monatlich 50% vom Max   87  
Monatlich 75% vom Mas     131

 

Wenn Sie nicht an ein Unternehmen gebunden sind, welches Ihnen Vollauslastung garantiert, sind dies durchaus realistische Szenarien, da in extrem schlechten Zeiten, bedingt durch die Konjunkturlage oder einfach nur durch persönliche Krankheit, die Auslastung, und somit das Einkommen, auf Null absinken kann. Dies ist natürlich kein Umstand, den man persönlich so leicht zur Kenntnis nehmen möchte und die Eintrittswahrscheinlichkeit wird man selbst eher mit Null bewerten – grundsätzlich ist aber ein gestandenes Misstrauen gegenüber allen Faktoren, auf die ich selbst nur einen eingeschränkten Einfluss habe immer ratsam. Ihre Bank wird das eventuell sehr ähnlich sehen.

 

Der Preis

Damit lassen sich aus den ermittelten Kosten und der Annahme der verkaufbaren Stunden Preise ermitteln. Diese Stundensätze erst ergeben einerseits die Relation zu den Marktpreisen – habe ich mit meinem Preis überhaupt eine Chance am Markt – und auf der anderen Seite die Relation zum finanziellen Bedarf, den ich zweifellos habe, und der Möglichkeit diesen Bedarf mit selbstständiger Arbeit zu decken.
Der Gang in die Selbstständigkeit sollte niemals eine Verzweiflungstat sein, da diese dadurch meist nur gesteigert werden kann und eventuell existierende Zugänge zum unselbstständigen Markt damit verbaut werden.
Aus unseren ermittelten und angenommenen Zahlen ergibt sich somit folgende Matrix:

Preisberechnung Stundensatz Stunden/Kosten Matrix
Worst € 2.825,-- Normal € 3.480,-- Best € 4.705,--
Worst 44 Stunden €64,50 € 79,-- € 107,--
Normal 87 Stunden € 32,50 € 40,-- € 54,--
Best 131 Stunden € 22,-- € 27,-- € 36,--


Vergleichen Sie nun diese Preise mit den am Markt üblichen Preisen. Sie werden sehr schnell sehen, ob eine grundsätzliche Existenz als Unternehmer für Sie anstrebenswert und machbar ist oder nicht. Gerade hier sollten Sie keine Kompromisse treffen – letztendlich geht es, wie es so schön heißt, dabei um Ihr Hemd und nicht um den Rock, welches einem ja bekanntlich wesentlich näher steht.

Tipp: Betrachten Sie vorrangig das Produkt aus Kosten normal und Stunden Worst. Dieser Preis, wenn er erzielbar ist, sichert Ihr langfristiges Überleben am besten. Es ist erheblich leichter am Markt die verkaufbare Stundenzahl zu erhöhen, als einmal dem Markt bereits bekannte Preise zu erhöhen! Schlagen Sie auf den obigen Preis testweise im Nachhinein noch 8% auf, welche Sie später als Verhandlungsspielraum wieder teilweise oder ganz wegnehmen können. Damit sehen Sie auch, ob der so gewählte Preis konkurrenzfähig ist.

 

Link-Box:
Das gesamte Programm des Gründerservice in übersichtlicher Weise dargestellt:
http://www.gruenderservice.at
Auf dieser Webseite ist auch ein umfassendes PDF-Dokument unter dem Titel „Leitfaden für Gründerinnen und Gründer“ enthalten. Dieses Dokument enthält zahlreiche Tipps und Tricks die sich auch mit den Themen Firmennachfolge und Gründung von Juristischen Personen (zB GmbH) beschäftigen.

Wenn Sie diese ersten grundlegenden Schritte gegangen sind und Sie somit sich selbst ein inhaltliches und zahlenorientiertes Konzept auf den Leib geschneidert haben, gibt es die Möglichkeit, dies beim Gründerservice der Wirtschaftskammer in Ihrem Bundesland gegenprüfen zu lassen.
Die Länderkammern bieten teilweise unterschiedliche Pakete der Gründungsberatung und weiterführenden Beratung an. Dies geht bis hin zu Coachingpaketen für eine beratende Begleitung in den ersten drei Jahren nach Gründung. Diese Pakete sind zwar kostenpflichtig, können sich aber durchaus rentieren, wenn Sie das Glück haben und den richtigen Berater als Begleitung haben.

 

Plan4You Easy Businessplan

Wenn Sie bereits alle Daten und Berechnungen für sich selbst durchgeführt haben und praktisch mit der Erstellung eines Roh-Business-Plans fast fertig sind, bietet sich dieses Software-Werkzeug an, die Berechnungen aus einer anderen Betrachtung nochmals durchzuführen. Lassen Sie sich von der etwas starren Struktur der Software nicht verunsichern (und auch nicht von ihrem Umfang). Letztendlich ist es für eine kostenlose Software sehr umfangreich. Das dazu kostenlose Handbuch erklärt auch einige betriebswirtschaftliche Begriffe und Größen, dadurch ist es eine gute Ergänzung zu anderen Unterlagen aus diesem Bereich, denn auch hier gilt: Je umfangreicher die Information im Vorfeld, desto besser und prognosensicherer kann die eigene Unterlage erstellt werden.

Tipp: Plan4You Easy Businessplan einfach einmal herunterladen und ausprobieren. Erarbeiten Sie aber vorher Ihr grobes Umsatz- und Zahlengerüst, damit die Eingaben einen brauchbaren Vergleichswert ergeben.

Der Schritt in die Selbstständigkeit verursacht, ohne Behördenwege oder Ähnliches zu berücksichtigen, immer Kosten. Sei dies die Infrastruktur, die man benötigt, oder die laufenden Kosten, die erst durch die Selbstständigkeit hinzukommen.

Um den Start für Betriebsgründer zu erleichtern, wurde für Betriebe, welche nach dem 31.12.2001 gegründet wurden, eine indirekte Förderung der Gründungskosten in Form des NEUFÖG (eines Bundesgesetzes) beschlossen.

Im Rahmen dieses Gesetzes entfallen für Neugründer, wenn diese die geforderten Auflagen erfüllen (hier sind eventuelle frühere gewerbliche Tätigkeiten, unter Umständen auch Geschäftsführungen, betroffen), folgende (für einen EPU-Betrieb vorrangig relevanten) Kosten:

  • Bundesverwaltungsabgaben (Stempelgebühren)
    werden durch die Neugründung automatisch ausgelöst - zB Ausstellung des Gewerbescheines durch die Gewerbebehörde, Anmeldung eines Anmeldungsgewerbes, Ansuchen um individuelle Befähigung, Geschäftsführerbestellungen, Betriebsanlagengenehmigung, Beilagen, die in direktem Zusammenhang mit der Gründung eingebracht werden müssen.
  • Gerichtsgebühren
    fallen bei der Eintragung ins Firmenbuch an. (auch Einzelunternehmen können sich auf freiwilliger Basis im Firmenbuch erfassen lassen).
  • Grunderwerbssteuer
    (für die Einbringung von Grundstücken auf gesellschaftsrechtlicher Grundlange)
  • Lohnnebenkosten
    (sind nur relevant, wenn man bereits im ersten Jahr der Gründung einen Mitarbeiter hat.)

Grundsätzlich gilt, dass ein ausgefüllter NEUFÖ2-Antrag von der gesetzlichen Berufsvertretung, wie zum Beispiel der Wirtschaftskammer (im Rahmen des Gründerservice oder in der Bezirksstelle), bestätigt werden muss.

Sollten in den kommenden 5 Jahren nach der Gründung gegen die Gründungsbedingungen verstoßen werden, so ist dies zu melden und die Vergünstigungen rückwirkend refundiert werden.
Den gesamten NEUFÖ2-Antrag, welchen Sie auch online ausfüllen können, finden Sie auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

Link-Box NEUFÖG:
Den gesamten Antrag finden Sie unter:
https://formulare.bmf.gv.at/service/formulare/inter-Steuern/pdfs/9999/NeuFoe2.pdf

Als bestes Beispiel für die privatwirtschaftliche Gründungsbegleitung, ganz besonders im Bereich der EPU-Gründungen, muss an dieser Stelle die ÖSB Consulting GmbH erwähnt werden.

Link-Box ÖSB und Mikrokredit:
Das gesamte Angebot der ÖSB, inklusive eines unternehmenshistorischen Abrisses, finden sie auf deren Webseite: http://www.oesb.at
Die Daten, wie später angeführt, für den unternehmerischen Mikrokredit finden Sie unter: http://www.dermikrokredit.at

Denn, wenn Sie neben allen Gründungsanliegen auch eine Finanzierung im Bereich eines Mikrokredits (bis zu € 10.000,--) oder darüber benötigen, ist die ÖSB einer der richtigen und wichtigen Ansprechpartner in Österreich.

 

Wo finde ich die ÖSB

Die ÖSB bietet ihre Dienstleistung österreichweit und flächendeckend an.
Dadurch ist auch sichergestellt, auf die jeweiligen Gründungs- und Förderungsspezialitäten der Bundesländer immer bestens informiert eingehen zu können. Denn gerade die Landesförderungen unterliegen sehr starken politischen Trends und spiegeln die Budgetsituation der einzelnen Länder wieder. Die ist an den Beispielen wie Bildungsförderung, Arbeitnehmerförderungen, Gründungs- und Investitionsförderungen meist leicht festzumachen.

 

Leistungsportfolio ÖSB

Neben einem wesentlich größeren und ergänzendem Überblick über alle Geschäftsfelder der ÖSB, welche Sie deren Webseite entnehmen können, sind die nachstehenden Punkte besonders auf den Bereich der EPU-Betriebsgründer zugeschnitten.

 

ÖSB – Entrepreneurship und EPUs
  • Beratung für arbeitslose Menschen bei der Unternehmensgründung
  • Qualifizierung von Unternehmensgründern
  • Regionale Gründerprogramme
  • Mikrokreditberatung
  • Beratung und Qualifizierung für EPUs
  • Unternehmensnachfolge Qualifizierung

 

Human Resources Development
  • Qualifizierungsberatung für Betriebe, Branchen und Regionen
  • Flexibilitätsberatung für Betriebe
  • Betriebliche Bildungsplanung und AB Coachings
  • Beratung in allen Fragen der Personalentwicklung und beruflichen Mobilität (Arbeitsstiftung)
  • Unternehmensservice für das BSB – (Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen)

 

Labour Market
  • Strategie- und Programmberatung in arbeitsmarkt-, beschäftigungs- und sozialpolitischen Fragen (Ministerien etc)
  • Innovative Arbeitsmarktprogramme etc

 

Case Management und Zielgruppenbetreuung
  • Entwicklung und Umsetzung von Beratungsprogrammen für bestimmte Zielgruppen (Jugendliche, Schüler etc)
  • Übergangsmanagement Schule Beruf etc

 

Productive Ageing
  • Beratung von Betrieben im Bereich Altersgerechtes Arbeiten
  • Experimentelle Projekte und Aufbau von Netzwerken etc