Wirtschaftskammer

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Wirtschaftskammer

Eine der wichtigsten Aufgaben der Wirtschaftskammer Österreich und ihrer Länderkammern ist die interessenspolitische Vertretung ihrer Mitgliedsbetriebe im Zuge der Sozialpartnerschaft. Besondere Aufmerksamkeit kommt dieser Aufgabenstellung bei den periodischen Verhandlungen der Kollektivverträge zu. Hier ist es klare Aufgabe der Arbeitgebervertreter ein sozial verträgliches Verhandlungsergebnis zu erzielen, das die soziale Absicherung der Arbeitnehmer – und somit den Erhalt der Kaufkraft der Löhne und Gehälter – absichert und andererseits Rahmenbedingungen in den Kollektivverträgen festhält, die den Unternehmen ein gesundes und langfristiges Wachstum ermöglichen. Beide Seiten sind daher angehalten weder ihre Forderungen zu überziehen, noch die Verhandlungen abzubrechen. Denn kein Ergebnis schadet bekanntlich nur den wirklich Betroffenen.
Die Mitgliedschaft zur Wirtschaftskammer Österreich ist eine Pflichtmitgliedschaft – diese gilt für alle Betriebe, die einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen, die eindeutig einem Gewerbe im Sinne der Wirtschaftskammer zugeordnet werden kann. Diese Zuordnung ergibt sich aus der österreichischen Gewerbeordnung.

Alle fünf Jahre führt die Wirtschaftskammer Wahlen durch. In diesen Wahlen sind alle Wirtschaftskammermitglieder grundsätzlich aktiv wahlberechtigt. Wer sein Gewerbe ruhend gemeldet hat, kann sich, per Urgenz, in das Wählerverzeichnis hineinreklamieren.
Wichtig ist hier: Sie wählen die Vertreter Ihrer Fachgruppe, welcher Sie durch den Gewerbeschein angehören, mittels Listenwahlrecht. Entweder durch die Wahl einer unabhängigen Liste oder durch die Wahl einer fraktionellen Liste, welche Sie politisch bevorzugen. Egal für welche Gruppe Sie sich entscheiden, das absolut wichtigste ist, dass Sie wählen. Gerade im Bereich der Interessensvertretung ist der Mix – und somit die Vertretung der verschiedenen Meinungen und Ansichten über eine richtige Vertretung – besonders wichtig. Auch hier gilt: Jede abgegebene Stimme ist wichtig.

Tipp: Lesen Sie sich die verschiedenen Webseiten der einzelnen Fraktionen und Listen einmal durch und finden Sie den passenden „Partner“ für Ihre politische Interessensvertretung. Wenn Sie weiterführende Fragen haben, stehen Ihnen sicherlich alle Büros dieser Organisationen für Auskünfte zur Verfügung. Die wichtigsten fraktionellen Vertretungen innerhalb der Wirtschaftskammer sind:

  • Der Wirtschafsbund (ÖVP)
  • Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SPÖ)
  • Die Grüne Wirtschaft (Grüne)
  • Der Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender (FPÖ)
  • UNOS (Unternehmerisches Österreich, NEOS)

Die Liste besteht nicht auf Vollständigkeit, noch drückt diese jedwede Art von Wertigkeit und Wertung aus. Die Webadressen sind sicherlich leicht googlebar.

Grundumlage

Die Grundumlage ist Ihr Beitrag zur Mitgliedschaft in einer Fachgruppe. Dieser Beitrag, der jährlich einmal durch die Wirtschaftskammer vorgeschrieben wird, dient ausschließlich der Finanzierung der Fachgruppen (Innungen) und wird auch von diesen selbst festgelegt. Die Höhe des Beitrags kann sich daher von Fachgruppe zu Fachgruppe unterscheiden. Sind Sie zum Beispiel Mitglied in der Fachgruppe „Werbung und Marktkommunikation“ und gleichzeitig Mitglied in der Fachgruppe „Büromaschinenhandel“, so können diese Beiträge eben unterschiedlich hoch sein.

Grundumlagen Herabsetzung/Info-Box:
Sollte Sie mit Ihrem EPU-Betrieb noch keine wirklichen Umsätze erzielen oder den Betrieb am Anfang neben Ihrem unselbständigen Job starten, so empfiehlt es sich einen Grundumlagen-Herabsetzungsantrag an die jeweilige Fachgruppe zu stellen. Der Antrag unterliegt keiner Formvorschrift und kann daher formlos schriftlich eingebracht werden.
Beantragen Sie, nachdem Sie schriftlich Ihr Anliegen und Ihre Situation dargestellt haben, eine Herabsetzung um 50% der vorgeschriebenen Grundumlage. Dies hat die besten Aussichten auf Erfolg. Eine gänzliche Befreiung empfiehlt sich nicht, da diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abgelehnt wird.

 

Kammerumlage I

Die Kammerumlage I (als auch die Kammerumlage II) dienen rein der Finanzierung der Wirtschaftskammer selbst. Im Unterschied zur Grundumlage, welche der Fachgruppenfinanzierung dient.
Die Kammerumlage I wird von den steuerbaren Umsätzen des Unternehmens berechnet, welche der gewerblichen Tätigkeit des Unternehmens zuordenbar sind.

 

Höhe

Übersteigt der Netto-Jahresumsatz, welcher für die Bemessung der Kammerumlage I herangezogen wird, € 150.000,-- nicht, so ist keine Kammerumlage I zu entrichten. Ist jedoch die Freigrenze überschritten, so gelten derzeit folgende Beitragssätze:

  • 3‰ der berechneten Bemessungsgrundlage,
    - davon entfallen 1,8‰ auf die jeweilige Landeswirtschaftskammer
    - und 1,2‰ auf die Bundeswirtschaftskammer

 

Berechnung und Abfuhr

Die Kammerumlage I ist quartalsweise selbst zu berechnen und an das Betriebsstättenfinanzamt abzuführen.
Die Termine dafür sind der 15.2.,15.5., 15.8. und der 15.11.

 

Kammerumlage II

Die Kammerumlage II dient ebenso rein der Finanzierung der Wirtschaftskammer selbst und nicht der Fachgruppenfinanzierung.
Die Kammerumlage II ist ausschließlich an das Vorhandensein von Dienstnehmern im Unternehmen gebunden und kann normalerweise keinen EPU-Betrieb betreffen.
Der Übersicht halber ist sie jedoch ebenso angeführt und erklärt, da sie zu einem späteren Zeitpunkt – der erste Mitarbeiter – durchaus relevant werden kann.

 

Höhe

Die Höhe der Kammerumlage II wird vom Dienstgeberzuschlag zum Familienlastenausgleichsfonds (DZ zum DB) berechnet.
Übersteigt die Bruttosumme der Löhne und Gehälter den Betrag von € 1.460,-- monatlich nicht, so können € 1.095,-- (Freibetrag) davon abgezogen werden. Erst aus dieser Summe wird dann die Bemessungsgrundlage ermittelt. Löhne und Gehälter von Mitarbeitern, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, sind beitragsfrei für DB und DZ und somit auch aus der Bemessung der KU II auszunehmen.
Beiträge:

  • Bundeswirtschaftskammer, einheitlich 0,15% der Bemessungsgrundlage
  • Die Länderkammern haben unterschiedliche Beitragssätze (für 2011):
    • Burgenland 0,29%
    • Kärnten 0,26%
    • Niederösterreich 0,25%
    • Oberösterreich 0,21%
    • Salzburg 0,27%
    • Steiermark 0,25%
    • Tirol 0,28%
    • Vorarlberg 0,24%
    • Wien 0,25%

     

Berechnung und Abfuhr

Die Kammerumlage II ist monatlich selbst zu berechnen und an das Betriebsstättenfinanzamt abzuführen.
Die Termine dafür sind jeweils der 15. des nachfolgenden Monats.
Also zum Beispiel für März 2011 der 15. April 2011.

Die Wirtschaftskammer stellt aber nicht nur einen Apparat dar, in dem Sie Pflichtmitglied kraft Gesetz sind. Die Wirtschaftskammer, in ihrer Struktur auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene sowie mit ihren Außenhandelsdelegationen und Vertretungen, stellt ein schlagkräftiges Netzwerk, im Dienste ihrer Mitglieder, dar. Es ist nun einmal Fakt, dass die gesetzliche Struktur sowohl für gewerberechtliche Unternehmer eine Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer, als auch für Arbeiter und Angestellte eine Pflichtmitgliedschaft in der Arbeiterkammer vorsieht. Solange sich diese gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht ändern, sollte man auch das Instrument sowie die Serviceeinrichtung Wirtschaftskammer nutzen.
Gerade in den Fragen

  • Recht
  • Gewerberecht
  • Betriebsanlagen
  • Export von Gütern und Dienstleistungen
  • Spezifische Länderkenntnisse
  • Betriebsneugründung und Umgründungen
  • Betriebsnachfolge
  • Förderungen
  • Innovationen etc

bietet die Wirtschaftskammer eine breite Palette an Experten und Spezialisten an, die Sie gerne bei Ihren Anliegen und Fragen unterstützen.

Mitgliederportal der WKO/Link-Box:
Einige Informationen, welche auf dem Webportal der Wirtschaftskammer hinterlegt sind – http://www.wko.at – sind exklusiv für Wirtschaftskammermitglieder abrufbar.
Um diese Informationen abrufen zu können, benötigen Sie Ihre Wirtschaftskammermitgliedsnummer und einen PIN. Gehen Sie dafür auf den Navigationsreiter „Meine Branche“. Auf der rechten Seite ist ein Login Bereich sichtbar. Folgen Sie dort dem Link „Informationen zur Registrierung“. Nutzen Sie eine der dort angegebenen Möglichkeiten. Normalerweise können Ihnen Ihre Daten per Email zugeschickt werden.
Sobald Sie diese haben, können Sie sämtliche Daten des Portals nutzen.
Exklusiv sind folgende Informationen abruf- und teilweise editierbar:

  • Ihre Unternehmensdaten
  • AGB Datenbank
  • Kollektivverträge
  • Förderungen
  • Vertragsmuster
  • Lehrstellen
  • Editieren der eigenen Unternehmensdaten
  • Zusammenstellen der Pflichtangaben nach ECG